13.08.2021

"Naturschutz und Verantwortung"- Parashat Shoftim von Daniel Neumann (13.08.2021)

Darmstadt News

Im Abschnitt Schoftim ist ein wesentliches und ausgesprochen aktuelles Prinzip enthalten, das als Ausdruck des ersten Naturschutzrechts verstanden werden kann. Im 5. Buch Moses 20:19 heißt es, dass man während der Belagerung einer Stadt diejenigen Bäume nicht fällen darf, die Früchte tragen.

Diese Idee wurde bereits vor über 2000 Jahren und später im Talmud zu einem Grundsatz ausgeformt, der „Baal taschchit“ heißt, was soviel bedeutet wie „Zerstöre nicht!“. Dabei geht es um Ressourcenbewahrung, um den sorgsamen Umgang mit der uns anvertrauten Natur und um die Verhinderung der Zerstörung von Dingen, Nahrung, Natur oder Ressourcen. Diese Gedanken bauen dabei auf dem grundlegenden Verständnis des Menschen nicht nur als Bezwinger roher Naturgewalten auf (Genesis 1:26), sondern auch als Bewahrer und Behüter der ihm anvertrauten Welt (Genesis 2:15). Dies kommt etwa in einem Midrasch (Kohelet Rabbah 7:13) zum Ausdruck, in dem G“tt den Menschen ermahnt, seine wunderbare Welt nicht zu zerstören, da nach ihm sonst keiner mehr da sein wird, um sie wieder aufzubauen.

Kommentar von Daniel Neumann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Darmstadt, zur wöchentlichen Toralesung.

Heute ist der

13. Tishri 5782 - 19. September 2021