06.08.2021

"Liebe das Leben" - Parashat Re'eh von Daniel Neumann (06.08.2021)

Parasha Darmstadt

Es ist eine der grundlegendsten Ideen im gesamten Judentum. Und sie kristallisiert sich gleich in mehreren Stellen der Tora heraus. Unter anderem in den oft unverständlich und skurril wirkenden Kosher-Gesetzen.

Also den Vorschriften über verbotene und erlaubte Tiere. Der Rabbiner und Bibelwissenschaftler Jacob Milgrom hat mit Blick auf diese Vorschriften wie auf viele andere die elementare Idee beschrieben, die all diese Gesetze durchzieht: die radikale Trennung von Leben und Tod. Und damit die Abkehr von so vielen anderen Kulturen und Religionen und ihren Bräuchen und Ideologien. Diese Idee findet sich sowohl in dem Verbot, das Zicklein in der Milch seiner Mutter zu kochen, wie auch in dem klaren Verbot des Blutgenusses. Sowohl in dem Verbot des Priesters, Friedhöfe zu besuchen wie auch dem Verbot, wonach Mann und Frau zu bestimmten Zeiten den körperlichen Kontakt vermeiden sollen. Es geht in all diesen Fällen um dasselbe: die Trennung von Leben und Tod. Und vor allem: die Heiligung des Lebens. So wie es im 5. Buch Moses Kap. 30:19 heißt.: "Ich habe vor Dich das Leben und den Tod hingegeben, den Segen und den Fluch. So wähle das Leben. Damit Du und deine Nachkommen leben..."

Kommentar von Daniel Neumann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Damstadt, zur wöchentlichen Toralesung.

Heute ist der

27. Kislev 5782 - 01. Dezember 2021